Patienten auf Warteliste verdienen Chance

Internetseite zur Transplantation will informieren und Ängste abbauen

Bonn, 28.03.14 Rund 11.000 schwerkranke Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Nicht alle von ihnen werden die Wartezeit überleben, vor allem diejenigen, die auf ein Herz oder eine Leber angewiesen sind. Seitdem die Manipulationen an der Warteliste an einzelnen deutschen Transplantationszentren das Vertrauen in die Organvergabepraxis erschüttert haben, ist die Zahl der Organspenden deutlich zurückgegangen. Während die zuständigen Fachpolitiker an Lösungen1 für eine bessere Transparenz und Sicherheit arbeiten, darf man die betroffenen Patienten nicht aus den Augen verlieren, mahnt der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV). Mit einer Internetseite möchte der Verband informieren und Ängste abbauen.

Organtransplantationen gehören mittlerweile zum Standard der modernen Medizin. Sie werden dann in Erwägung gezogen, wenn ein lebenswichtiges Organ versagt und alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Das betrifft beispielsweise Menschen, die etwa nach Herzinfarkten an fortgeschrittenem Herzversagen leiden oder deren Leber durch eine chronische Hepatitis-Infektion auszufallen droht. Eine Nierentransplantation kann notwendig werden, wenn die Nieren durch einen langjährigen Diabetes mellitus oder Bluthochdruck schwer geschädigt wurden. Bei Kindern sind zumeist angeborene Defekte von Leber oder Nieren sowie nicht operable Herzfehler der Grund für eine Transplantation. „Jeder kann in die Lage geraten, dass er eines Tages ein Spenderorgan benötigt“, betont BGV-Vorstand Erhard Hackler. 

Die Internetseite des BGV e.V. richtet sich an Patienten und Angehörige, die sich mit dem Gedanken an eine Transplantation auseinandersetzen müssen oder Tipps für den Alltag mit einem Spenderorgan suchen. Darüber hinaus beantwortet sie wichtige Fragen rund um die Organspende, wie zum Beispiel: Wer darf Organe spenden? Haben Inhaber eines Organspendeausweises im Fall eines Unfalls oder Hirnschlags Nachteile zu befürchten? Wie groß ist die Gefahr des Missbrauchs? Eine umfassende Liste mit weiterführenden Tipps und Adressen von Selbsthilfegruppen und Organisationen runden das Angebot ab. Weitere Informationen unter www.bgv-transplantation.de .

 

(1) Eine Maßnahme ist die Novellierung des Transplantationsgesetzes, die 2013 verabschiedet wurde:

Eva A. Richter-Kuhlmann, „Transplantationsgesetz: Erneute Novelle“, Dtsch Arztebl 2013; 110(25): A-1239 / B-1081 / C-1073;

Transplantationsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 04.09.2007 (BGBl. I S. 2206), zuletzt geändert durch Gesetz vom 15.07.2013 (BGBl. I S. 2423) m.W.v. 01.08.2013, http://dejure.org/gesetze/TPG

Oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BzgA: www.organspende-info.de/infothek/gesetze/transplantationsgesetz

Weitere Informationen zu Maßnahmen für eine bessere Transparenz und Sicherheit bei der Organvergabe: siehe z.B. Gastbeitrag „Transplantation mit neuer Transparenz“, B. Nashan, Ärzte Zeitung 12.03.2014, http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/organspende/article/856962/gastbeitrag-neue-transparenz-transplantation.html