Lebererkrankungen oft zu spät erkannt

Neue Broschüre zu Lebererkrankungen und Transplantation

Bonn, 23.06.14 Was macht die Leber krank? Woran erkennt man Lebererkrankungen und wie werden sie behandelt? Für wen kommt eine Lebertransplantation infrage? Was müssen Transplantierte im Alltag beachten? Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Lebererkrankungen und Transplantation gibt die neue Broschüre „Organtransplantation Leber“. Herausgeber ist der Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V.

Schätzungsweise fünf Millionen Menschen in Deutschland sind an der Leber erkrankt1. Vermutlich sind es noch mehr, denn Lebererkrankungen verursachen zumeist für lange Zeit keine Beschwerden und werden daher oftmals jahrelang nicht erkannt. Typische Anzeichen, wie beispielsweise eine Gelbverfärbung der Augäpfel, treten meist erst auf, wenn die Schädigung bereits weit fortgeschritten ist. Können auch Medikamente und eine Umstellung des Lebensstils nichts mehr ausrichten, kommt es zu lebensbedrohlichen Komplikationen bis hin zum Leberversagen. Fast 15.000 Menschen in Deutschland starben im Jahr 2012 an den Folgen einer Lebererkrankung2. Die einzige Therapie, die Patienten mit schweren Leberschäden eine Überlebenschance bieten kann, ist die Transplantation einer Spenderleber.

Ursachen für Lebererkrankungen sind vielfältig

Eine wichtige Ursache für ernste Lebererkrankungen ist die schleichende Vergiftung durch übermäßigen Alkoholkonsum. Eine beinahe ebenso große Rolle spielen chronische Virusinfektionen, insbesondere mit dem Hepatitis C-Virus. Mit etwa 400.000 bis 500.000 Infizierten ist dies in Deutschland weiter verbreitet als oftmals vermutet. Immer häufiger sind außerdem Störungen des Fettstoffwechsels durch Zivilisationserkrankungen wie starkes Übergewicht und Diabetes der Grund für schwerwiegende Leberschäden. Sie können ähnlich wie Alkohol eine Fettleberentzündung verursachen und im schlimmsten Fall zur Leberzirrhose führen. Andere, deutlich seltenere Auslöser sind Vergiftungen durch Medikamente, Pilze oder Pflanzengifte, Autoimmunerkrankungen sowie bestimmte erbliche Stoffwechselerkrankungen.

Neue Leber, und dann?

Eine Spenderleber bietet Patienten mit Leberversagen nicht nur eine Überlebenschance, sondern ermöglicht auch die Rückkehr in ein weitgehend normales Leben. Damit das neue Organ nicht wieder abgestoßen wird und möglichst viele Jahre gut funktioniert, müssen sich Transplantierte gleichwohl an ein paar wenige, aber wichtige Regeln halten. Dazu gehört es zum Beispiel, Nachsorgetermine wahrzunehmen, besonders auf Hygiene zu achten und die verschriebenen Medikamente zum Schutz des Spenderorgans streng nach Anweisung einzunehmen.

Die neue Broschüre „Organtransplantation Leber“ gibt dazu eine Reihe wichtiger Tipps. Darüber hinaus beleuchtet sie Lebererkrankungen und die Lebertransplantation in ihrer ganzen Breite: von ersten Krankheitssymptomen, Diagnostik und Wartezeit über die Operation bis hin zur Nachsorge. Spezielle Themen wie die Teillebertransplantation werden ebenfalls angesprochen. Als Service insbesondere für Patienten und Angehörige ist eine Liste mit Selbsthilfegruppen und Organisationen aufgeführt. Die Broschüre ist kostenlos und kann auf dem Postweg oder im Internet angefordert werden. Bestelladresse: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.bgv-transplantation.de.

Quellen:

1 Deutsche Leberstiftung

2 Statistisches Bundesamt, Todesursachen in Deutschland 2012