Bereitschaft zur Organspende auch in Patientenverfügung festhalten

Bonn, 06.12.16 Wer bereit ist, im Todesfall ein oder mehrere Organe zu spenden, sollte dies nicht nur mit einem Spenderausweis kundtun. Auch in eine Patientenverfügung gehört die Entscheidung für oder gegen eine Organspende.

Die Mehrheit der Deutschen findet, dass die Organspende grundsätzlich eine gute Sache ist. Etwa jeder Dritte hat dies in Form eines Organspendeausweises dokumentiert – „und nimmt seinen Angehörigen damit eine schwere Entscheidung ab, falls es zum Schlimmsten kommt“, sagt Erhard Hackler, Vorstand des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV). Doch auch wer eine Patientenverfügung verfasst hat, sollte dort unbedingt das Thema Organspende regeln. „Andernfalls können Situationen eintreten, in denen der Wunsch, auf lebenserhaltende Maßnahmen zu verzichten, im Widerspruch zur Spendebereitschaft steht“, betont Hackler. Damit die Organe, die für eine Spende infrage kommen, funktionstüchtig bleiben, muss die Herz- und Kreislauffunktion durch Beatmung und Medikamente für eine bestimmte Zeit aufrechterhalten werden. Dieser Konflikt lässt sich mit den richtigen Formulierungen in der Patientenverfügung umgehen, indem einer möglichen Organspende der Vorrang vor dem Abbruch der intensivmedizinischen Maßnahmen eingeräumt wird.

Welche medizinischen und rechtlichen Situationen eintreten können und wie Mediziner jeweils entscheiden müssen, erklärt ein Arbeitspapier der Bundesärztekammer. Dort gibt es auch Formulierungsbausteine für die Vereinbarkeit von Organspende und Patientenverfügung1. Wer in punkto Patientenverfügung Hilfe benötigt, kann sich zum Beispiel an seine Krankenkasse wenden. Ausführliche Informationen zum Themenkomplex Organspende und Transplantation gibt es beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV), Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.bgv-transplantation.de.

(1) http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/Arbeitspapier_Patientenverfuegung_Organspende_18012013.pdf