Organspende

Die Einstellung der Menschen in Deutschland zur Organspende ist insgesamt positiv. Doch die Zahlen derjenigen, die Organtransplantationen grundsätzlich für sinnvoll halten und derer, die einen Organspendeausweis besitzen, klaffen auseinander. Um das zu ändern und mehr schwerkranken Menschen mit einer Organspende helfen zu können, wurde im Jahr 2012 die so genannte Entscheidungslösung eingeführt. Sie soll Menschen erleichtern, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und sich bewusst für oder gegen einen Organspendeausweis zu entscheiden. Dazu schreiben die Krankenkassen und Versicherungsunternehmen alle Versicherten ab dem vollendeten 16. Lebensjahr an und stellen ihnen kostenlos Informationsmaterialien und einen Organspendeausweis zur Verfügung.

Wer darf Organe spenden?

Zur Spende nach dem Tod können sich in der Regel bereits Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr bereit erklären. Eine obere Altersgrenze gibt es nicht - entscheidend ist die Funktionstüchtigkeit der Organe zum Zeitpunkt des Todes. So werden heutzutage bereits erfolgreich Organe von Menschen im Rentenalter transplantiert. Bestimmte Erkrankungen können die Spendefähigkeit einschränken oder ausschließen. Eine ärztliche Untersuchung ist jedoch nicht notwendig, um sich einen Organspendeausweis zuzulegen.

Was spricht für einen Organspendeausweis?

Grundsätzlich genügt es, Angehörigen und Freunden seine Spendebereitschaft mitzuteilen. Ein Organspendeausweis erleichtert ihnen aber im Fall des plötzlichen Versterbens die Entscheidung. Außerdem ist es möglich, im Organspendeausweis festzuhalten, wenn man ein bestimmtes Organ oder Gewebe von der Spende ausschließen möchte. Der Organspendeausweis wird an keiner öffentlichen Stelle registriert und kann jederzeit neu ausgefüllt werden.

Haben Inhaber eines Organspendeausweises bei einem Unfall oder einer lebensbedrohlichen Hirnerkrankung Nachteile zu befürchten?

Nein. Die im Fall eines Unfalls oder einer Erkrankung behandelnden Ärzte haben einzig und allein das Ziel, dem Patienten zu helfen. Mit einer möglichen Organentnahme im Todesfall haben sie nichts zu tun. Erst dann, wenn zwei qualifizierte und nicht an der Organentnahme beteiligte Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben, steht das Thema Transplantation überhaupt zur Diskussion.

Wie groß ist die Gefahr des Missbrauchs?

Nach dem Transplantationsgesetz ist jegliche Kommerzialisierung der Organspende verboten. Patienten, die für eine Transplantation infrage kommen, werden bei ihrem Transplantationszentrum registriert, das eng mit der Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) im niederländischen Leiden kooperiert. Mitgliedsländer bei Eurotransplant sind die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Deutschland. Innerhalb dieses Verbundes erfolgt die Organvergabe nach streng festgelegten Kriterien. Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Stellen ist das Risiko des Organhandels in den Mitgliedsstaaten praktisch gleich null.

Um die Arbeit der Transplantationszentren in Deutschland noch transparenter zu machen und jegliche Manipulationen bei der Organvergabe auszuschließen, wurden die entsprechenden Regelungen, die im Transplantationsgesetz verankert sind, im Jahr 2013 verschärft.

Wie wird der Hirntod festgestellt?

Wenn das Gehirn zu lange nicht mit Blut und Sauerstoff versorgt wird, können seine Funktionen unwiederbringlich verlorengehen. Der Hirntod tritt ein, wenn Groß- und Kleinhirn sowie der Hirnstamm in ihrer Gesamtfunktion endgültig ausfallen. Wenn dies geschieht, bevor es zum Herzstillstand kommt, besteht die Möglichkeit, die Funktion der Organe durch künstliche Maßnahmen für eine Weile aufrechtzuerhalten. Nur in diesem Fall sind die Organe unter Umständen für eine Transplantation geeignet und nur dann steht eine Organentnahme zur Diskussion.

Richtlinien der Bundesärztekammer legen fest, nach welchen Kriterien der Hirntod diagnostiziert werden muss. Danach prüfen zwei voneinander unabhängige Ärzte durch körperliche und apparative Untersuchungen, ob die Hirnaktivität unwiderruflich erloschen ist.

Ausführliche Erläuterungen zum Thema Organspende stellt u. a. die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Verfügung: www.organspende-info.de

BGV Info Gesundheit e.V. • Heilsbachstr. 32 • 53123 Bonn • E-Mail: info(at)bgv-info-gesundheit.de

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