Operation

In der Regel teilt das zuständige Transplantationszentrum dem Patienten mit, dass ein passendes Organ gefunden wurde und klärt mit ihm die Anreisemodalitäten. Der Anruf bedeutet aber noch nicht, dass auf jeden Fall transplantiert wird. Mitunter zeigt sich erst bei der Entnahme eines Spenderorgans, dass dieses nicht den nötigen medizinischen Anforderungen einer Transplantation entspricht. Außerdem muss unbedingt sichergestellt sein, dass der aktuelle Gesundheitszustand des Empfängers eine Transplantation zulässt. Deshalb müssen Blutproben entnommen werden, um die aktuellen Laborwerte auch hinsichtlich Infektionen zu bestimmen.

Wie werde ich für die Operation vorbereitet?

Die Transplantation kann nur dann durchgeführt werden, wenn die Ergebnisse der Tests, die unmittelbar vor der Operation stattfinden, es zulassen. Zu diesen Tests gehören:

  • körperliche Untersuchung und Patientenbefragung
  • Blutuntersuchungen, insbesondere eine Kreuzprobe mit dem Spendeorgan. Diese Kreuzprobe zeigt die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerzellen an.

Weisen die Ergebnisse der Kreuzprobe auf ein hohes Abstoßungsrisiko hin, wird von einer Transplantation abgesehen. Auch bislang unbemerkte Infektionen des Patienten könnten ein zu hohes Risiko darstellen.

Gibt es keine Gründe, die gegen eine Transplantation sprechen, laufen die OP-Vorbereitungen weiter:

  • Hautrasur und Reinigungseinlauf
  • Untersuchung durch den Narkosearzt
  • Legen eines Venenkatheters
  • Aufklärung des Patienten über den Ablauf der OP durch den Chirurgen

Wie lange dauert die Operation?

Die Dauer der Operation ist abhängig von dem zu transplantierenden Organ und beträgt duchschnittlich:

  • Nierentransplantation: zirka 90 Minuten
  • Lebertransplantation: zirka 4 - 8 Stunden
  • Herztransplantation: zirka 4 Stunden

Wie sehen die ersten Tage nach der Operation aus?

Nach der Transplantation verbringt der Patient zunächst einige Tage auf der Intensivstation. Dies hat vor allem zwei Gründe: Zum einen ist nach einem größeren operativen Eingriff eine intensive Überwachung des Gesundheitszustandes wichtig. Zum anderen müssen nach einer Transplantation spezielle Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Damit das körpereigene Immunsystem das Transplantat nicht wieder abstößt, werden immunsuppressive Medikamente verabreicht. Die Dosierung ist in den ersten Tagen besonders hoch und der Patient damit sehr anfällig für Infektionen.

Nach 3-5 Tagen kann der Patient in der Regel schon wieder aufstehen. Wichtig ist die aktive Beteiligung an der eigenen Regeneration. Sie umfasst neben Atemübungen, Körperpflege und Bewegung auch die eigenverantwortliche Einnahme der Medikamente.

Manchmal fängt das transplantierte Organ nicht zu arbeiten an. Man spricht auch vom primären Transplantatversagen. Im Falle einer Leber- oder Herztransplantation ist dies lebensbedrohlich, dann reagiert EUROTRANSPLANT sehr schnell, das heißt innerhalb von ein bis zwei Tagen wird - wenn möglich - ein neues Organ zur Verfügung gestellt. Manchmal bemerkt der Patient gar nichts von der zweiten Operation, da sie praktisch in der gleichen Narkose durchgeführt wird.

Nach der Nierentransplantation kann es bei einigen Patienten zwei bis drei Wochen dauern, bis das Organ richtig arbeitet. Das sagt aber nichts über seine künftige Funktionsfähigkeit aus.

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