Im ersten Jahr nach der
Organtransplantation auf Hygienestandard achten
Transplantierte und Reisen:
Sicherheit geht vor
Bonn, 30.06.10
Organtransplantierte können auch im ersten Jahr nach der Transplantation
verreisen. In den ersten sechs Monaten besteht allerdings noch ein erhöhtes
Risiko für Komplikationen, beispielsweise durch Infektionen. Bei der Wahl ihres
Urlaubsziels sollten sie daher auf einen guten Hygienestandard und eine
flächendeckende Gesundheitsversorgung achten.
Transplantierte haben aufgrund der
Medikamente, die sie zum Schutz des Spenderorgans einnehmen müssen, ein
herabgesetztes Immunsystem und sind daher anfällig für Infektionen. Das gilt
besonders für die ersten sechs Monate nach der Operation, wenn die
immunsuppressiven Medikamente noch relativ hoch dosiert werden müssen.
„Organtransplantierte sollten im ersten Jahr auf Nummer sicher gehen und im
eigenen Land oder im nahe gelegenen europäischen Ausland Urlaub machen, wo ein
gemäßigtes Klima, ein hoher Hygienestandard sowie eine schnelle und optimale
Gesundheitsversorgung gewährleistet sind“, rät Erhard Hackler, Vorstand des
Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz e.V. (BGV) in
Bonn.
Badestellen sorgfältig auswählen
Doch auch in heimischen Gefilden
lauern Risiken, etwa in Badeseen oder an bestimmten Küstenabschnitten. Neben
den vielen sauberen Badestränden in Deutschland gibt es auch solche mit einer
hohen Belastung an Keimen, die bei empfindlichen Menschen zu Hautausschlägen,
Entzündungen oder Magen-Darm-Beschwerden führen können. „Um eine
Verschlechterung des Gesundheitszustands oder gar Komplikationen mit dem neuen
Organ zu verhindern, sollten sich Transplantierte daher bereits vor dem Urlaub
nach unbedenklichen Badestellen erkundigen, beispielsweise beim ADAC1“, so Hackler. Generell gilt: Stehende Gewässer und
Flachwasser sowie alle Bereiche mit einem geringen Wasseraustausch sind nach
einer Organtransplantation tabu.
Was Transplantierte beim Reisen
außerdem beachten sollten, etwa in Sachen Reiseapotheke, Impfungen oder
Sonnenschutz, können Interessierte in der Broschüre „Zurück im Leben“ sowie auf
der verbandseigenen Internetseite www.bgv-transplantation.de nachlesen. Dort gibt es eine
Fülle an Tipps und Informationen zum Alltag mit einem Spenderorgan. Die
Broschüre ist kostenlos und kann über die Internetseite oder postalisch
angefordert werden: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn.
(1) http://www.adac.de/reise_freizeit/straende_badeinfos/