
Die regelmäßige ärztliche Kontrolle der Medikamentenzusammenstellung und die Überwachung der Blutspiegel sind nur ein Teil der notwendigen Transplantationsnachsorge. Die Funktionsfähigkeit des Transplantats sowie der allgemeine Gesundheitszustand müssen überprüft werden, damit auftretende Veränderungen, Komplikationen oder eventuelle Nebenwirkungen durch die Medikamente frühzeitig erkannt und im weiteren Therapieverlauf berücksichtigt werden können.

Die ambulante Nachsorge erfolgt üblicherweise in enger Zusammenarbeit des Transplantationszentrums mit dem Hausarzt sowie einem Facharzt vor Ort. In den ersten Monaten nach der Transplantation werden in wöchentlichen Abständen, später mindestens vierteljährlich, verschiedene Blutwerte bestimmt. Diese geben Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des Organs und lassen eine mögliche Entzündung im Körper erkennen. Außerdem wird mittels radiologischer Untersuchungen wie z. B. Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) kontrolliert, ob sich das Organ oder umliegende Gewebe verändert haben und ob das neue Organ ausreichend durchblutet wird. In manchen Fällen ist eine Transplantatbiopsie angezeigt, das heißt es werden winzige Gewebeproben entnommen. Diese Proben werden mikroskopisch untersucht, um Zellveränderungen festzustellen. Abhängig davon, welches Organ transplantiert wurde, sind weitere spezielle Untersuchungen erforderlich. So wird bei Patienten mit einem neuen Herzen in den ersten Jahren nach der Transplantation einmal jährlich eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt, bei der bereits kleinste Veränderungen der Herzkranzgefäße diagnostiziert werden können.
Ergänzend zu diesen Untersuchungen wird stets der allgemeine Gesundheitszustand überprüft. Ganz explizit untersucht der Arzt, ob die für eine chronische Abstoßung typischen Beschwerden auftreten (siehe Tabelle). Ein Patiententagebuch, in das der Patient täglich alle wichtigen Werte wie Blutdruck, Puls, Temperatur und Gewicht sowie Angaben zum gesundheitlichen Befinden einträgt, ist dabei eine wichtige Hilfe.
Die akute Abstoßung kann auch ohne für den Patienten spürbare Symptome ablaufen. Deshalb sind regelmäßige Blutkontrollen wichtig.
Zur medizinischen Betreuung nach der Transplantation gehört auch die Vorsorge und Behandlung der möglichen, durch die Immunsuppression verursachten Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen. Empfohlen wird eine jährliche komplette allgemeine Vorsorgeuntersuchung inklusive Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Zum medizinischen Heilungsprozess gehört auch die psychische und soziale Eingewöhnung in die neue Lebenssituation. Aufgrund ihrer bedrohlichen Erkrankung konnten viele der transplantierten Patienten jahrelang kein „normales“ Leben mehr führen. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen gehörten Ungewissheit, Verlustängste, Hoffen und Bangen zu ihrem Alltag. Auch nach der Transplantation werden diese psychischen Belastungen nicht sofort verschwinden. Nach wie vor ist das Bewusstsein, auf ein fremdes Organ und lebenslang auf Medikamente angewiesen zu sein, präsent. Auch das Risiko, dass eine Abstoßung des Organs Jahre nach der Transplantation jederzeit auftreten und lebensbedrohliche Komplikationen mit sich bringen kann, muss psychisch verarbeitet werden.
Familie und Freunde sind in dieser Lebensphase eine wichtige Stütze. Sie können aber nicht immer alle Probleme und Unsicherheiten auffangen. Deshalb ist, insbesondere in der Anfangszeit nach der Transplantation eine psychologische Betreuung durch Therapeuten sinnvoll. Mit ihnen lassen sich Ängste und Sorgen besprechen, ohne die Angehörigen zu belasten.
Ebenso wertvoll ist der Austausch mit anderen Transplantierten. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, mit anderen Betroffenen und ihren Angehörigen in Kontakt zu kommen. Dabei wird man feststellen, dass man mit seinen Problemen keinesfalls alleine dasteht, und kann von einigen Erfahrungen anderer profitieren.
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