
FAQ (Häufig gestellte Fragen)
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Frage: Wo erhalte ich Informationen zum Thema Organtransplantation allgemein?
Antwort: Sehr viele Informationen
können Sie sicher bereits dieser Website entnehmen. Speziellere Informationen,
bspw. zur Transplantation der spezifischen Organe wie Herz, Leber und Niere,
erhalten Sie in unseren Broschüren, die Sie unter Infomaterial bestellen können.
Unter Tipps & Adressen finden Sie die Adressen und
Websites von Interessenverbänden und weiteren gemeinnützigen Organisationen,
über die Sie Informationen beziehen und sich mit anderen Betroffenen austauschen
können.
Frage: Wer darf Organe spenden?
Antwort: Bei Organspenden unterscheidet man Lebendspenden und Spenden nach dem Tod, so genannte postmortale Spenden.
Zur postmortalen Spende können sich in der Regel bereits Jugendliche ab dem vollendeten 16. Lebensjahr bereit erklären. Eine obere Altersgrenze gibt es nicht - entscheidend ist die Funktionstüchtigkeit der Organe zum Zeitpunkt des Todes. So werden heutzutage bereits erfolgreich Organe von Menschen im Rentenalter transplantiert. Bestimmte Erkrankungen können die Spendefähigkeit einschränken oder ausschließen. Eine ärztliche Untersuchung ist jedoch nicht notwendig, um sich einen Organspendeausweis zuzulegen.
Die Spende einer Niere oder eines Teils der Leber zu Lebzeiten beschränkt sich hingegen auf Verwandte ersten und zweiten Grades sowie Lebenspartner oder Menschen, die zu dem Kranken offenkundig in enger Beziehung stehen. Oberstes Gebot ist auch hier Freiwilligkeit. Um Abhängigkeiten zu verhindern, prüft eine Kommission, ob die Spende ausschließlich aus Motiven der Nächstenliebe erfolgt. Zudem müssen natürlich die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sein, um als Spender infrage zu kommen. Dazu gehören zum Beispiel eine gute Gesundheit und das Übereinstimmen bestimmter Gewebemerkmale.
Frage: Welche Risiken sind mit einer Lebendspende verbunden?
Antwort: Die Nierenlebendspende ist mittlerweile sehr gut etabliert und gilt als sicher. Dennoch können, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, Komplikationen wie Wund- oder Harnwegsinfekte, Venenentzündungen und vereinzelt auch Lungenembolien oder Wundblutungen auftreten. Das Risiko, an den Folgen einer Nierenentnahme zu sterben, beträgt 0,03 bis 0,06 Prozent.
Die Risiken einer Teilleberspende liegen höher: Bei etwa zwölf Prozent der Spender treten Komplikationen auf, wie zum Beispiel Narbenbrüche oder Wundinfektionen. Das Risiko, an der Spende zu versterben, liegt zuzeit bei etwa drei Promille. Aus diesem Grund beschränkt sich die Leber-Lebendspende fast ausschließlich auf Eltern-Kind-Spenden.
Frage: Haben Inhaber eines Organspendeausweises Nachteile zu befürchten, wenn Sie im Fall eines Unfalls oder Hirnschlags auf medizinische Hilfe angewiesen sind?
Antwort: Nein. Die im Fall eines Unfalls oder einer Erkrankung behandelnden Ärzte haben einzig und allein das Ziel, dem Patienten zu helfen. Mit einer möglichen Organentnahme im Todesfall haben sie nichts zu tun. Erst dann, wenn zwei qualifizierte und nicht an der Organentnahme beteiligte Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod festgestellt haben, steht das Thema Transplantation überhaupt zur Diskussion.
Frage: Wie groß ist das Risiko des Missbrauchs?
Antwort: Nach dem Transplantationsgesetz ist jegliche Kommerzialisierung der Organspende verboten. Patienten, die für eine Transplantation infrage kommen, werden bei ihrem Transplantationszentrum registriert, das eng mit der Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) im niederländischen Leiden kooperiert. Mitgliedsländer bei Eurotransplant sind die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Österreich, Slowenien und Deutschland. Innerhalb dieses Verbundes erfolgt die Organvergabe nach streng festgelegten Kriterien. Durch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Stellen ist das Risiko des Organhandels in den Mitgliedsstaaten praktisch gleich null.
Frage: Welche Erkrankungen machen eine Organtransplantation notwendig?
Antwort: Bei Kindern handelt es sich fast immer um angeborene Missbildungen und vererbbare Stoffwechselstörungen, die auf Grund genetischer Defekte oder im Laufe der Schwangerschaft entstehen. Das können zum Beispiel schwere Nierendefekte, Leberversagen oder nicht operable Herzfehler sein.
Bei Erwachsenen sind es in der Regel im Laufe des Lebens erworbene Erkrankungen, die eine Transplantation notwendig machen können. Dazu gehören zum Beispiel schwere Nierenschäden als Folge eines Diabetes mellitus. Lebertransplantationen sind in den meisten Fällen der einzige Ausweg bei Leberzirrhose nach einer Hepatitiserkrankung, seltener bei Tumoren oder Gefäßerkrankungen. Eine Herztransplantation ist oftmals notwendig, wenn nach Herzinfarkten oder Herzmuskelentzündungen Herzversagen droht. In seltenen Fällen sind Herzklappenfehler oder angeborene Herzfehler der Grund für eine Herztransplantation bei Erwachsenen.
Frage: Was erwartet Patienten, die zur Transplantation angemeldet werden?
Antwort: Jeder Patient, bei dem eine Transplantation geplant ist, wird von seinem Transplantationszentrum bei der Vermittlungsstelle Eurotransplant in Leiden, Niederlande, angemeldet. Auf Grund des Mangels an Spenderorganen wird so gut wie jeder Patient zunächst auf eine Warteliste gesetzt. Wann es schließlich zur Transplantation kommt, ist von Kriterien abhängig, welche die Bundesärztekammer festgelegt hat. Ist ein Spenderorgan für mehrere Transplantationskandidaten geeignet, so zählt vor allem die Dringlichkeit der Transplantation. Kinder und Jugendliche erhalten einen Bonus, weil ihre gesamte körperliche und psychische Entwicklung durch die Erkrankung beeinträchtigt wird. Entscheidend sind weiterhin die Erfolgsaussichten der Operation sowie die Wartezeit. Die Erfolgsaussichten werden nach medizinischen Gesichtspunkten beurteilt, aber auch nach äußeren Faktoren, die den Langzeiterfolg der Transplantation beeinflussen. Erschwerend können sich hier zum Beispiel starke psychische, von der Erkrankung unabhängige Probleme auswirken, die Abhängigkeit von Suchtmitteln oder ein instabiles soziales Umfeld.
Derzeit warten rund 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan, darunter etwa 9.000 Nierenkranke. Die Wartezeit für eine Spenderniere beträgt etwa zwei bis fünf Jahre. Für Leber- , Herz- und Lungentransplantationen liegt die Wartezeit derzeit bei 6 bis 24 Monaten. Sobald bei Eurotransplant ein Spenderorgan gemeldet wird, ermittelt der Computer nach den festgelegten Kriterien den Empfänger. Dieser wird umgehend benachrichtigt und so rasch wie möglich auf die Transplantation vorbereitet, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen.
Um mögliche Abhängigkeiten oder Dankbarkeitsverpflichtungen zu vermeiden, erfährt der Empfänger nicht, von wem das Organ stammt. Ebenso wird den Angehörigen des Spenders nicht mitgeteilt, wer das Spenderorgan erhalten hat.
Frage: Wie sind die Erfolgsaussichten einer Transplantation?
Antwort: Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) funktionieren fünf Jahre nach der Operation noch 66 Prozent der transplantierten Nieren, wenn sie postmortal gespendet wurden. Dagegen liegen die Fünf-Jahres-Funktionsraten bei der Nieren-Lebendspende in Deutschland bei durchschnittlich 80 Prozent.
Für die Fünf-Jahres-Transplantatfunktionsraten nach Lebertransplantation gibt die DSO
62 Prozent bei Ersttransplantationen und 37 Prozent bei Retransplantationen an.
Kinder, die eine Teil-Leber-Lebendspende erhalten haben, leben Angaben von Experten zufolge zu 90 bis 95 Prozent noch fünf Jahre nach der Operation. Im Vergleich dazu leben nach fünf Jahren noch rund 80 bis 85 Prozent der Kinder, wenn sie einen Teil der Leber eines Verstorbenen erhalten haben. Lebend gespendete Teil-Lebern nehmen im Durchschnitt etwas schneller ihre Funktion auf, allerdings liegt die Abstoßungsrate bei Lebendspenden höher als bei postmortalen Teilleber-Spenden.
Frage: Woran erkennt man eine Abstoßungsreaktion?
Antwort: Viele Anzeichen einer Abstoßungsreaktion sind unspezifisch; so können zum Beispiel Müdigkeit, ein Anstieg des Blutdrucks, Gewichtszunahme oder Fieber auf eine Abstoßungsreaktion hinweisen. Deutlichere Hinweise sind dagegen Schmerzen im Transplantatbereich, eine Vergrößerung des Transplantats oder eine Beinschwellung auf der Seite des Transplantats. Bei Nierentransplantationen kann die Abnahme der Urinmenge auf eine nachlassende Funktionstüchtigkeit des Transplantats hindeuten. Lebertransplantierte sollten an eine Abstoßungsreaktion denken, wenn sich Haut oder Augen gelblich färben oder sich der Urin dunkel färbt.
Frage: Was hat es mit der neuen Methode der Blutspiegel-Bestimmung (C2-Monitoring) bei Ciclosporin auf sich?
Antwort: Welche Menge eines Medikaments eingenommen werden muss, hängt nicht nur von der Wirksamkeit der Substanz ab, sondern auch davon, wie gut diese ins Blut übergeht. Im Gegensatz zu den meisten Medikamenten ist dieser Wert bei Immunsuppressiva wie Ciclosporin von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Nach der Transplantation wird jeder Patient individuell eingestellt, also seine optimale Ciclosporin-Dosis ermittelt. Im Allgemeinen wurde dazu bisher der so genannte Minimal- oder Talblutspiegel bestimmt. Dies ist die niedrigste Konzentration, die der Wirkstoff im Laufe eines Einnahmezyklus im Blut erreicht. Gemessen wird sie kurz vor Einnahme der nächsten Dosis. Wenn sich der Körper im Laufe der Zeit erholt, nimmt er oftmals auch das Ciclosporin besser auf, so dass die Dosis verringert werden kann. Aus diesem Grund wird im Rahmen der regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen auch die Ciclosporinmenge im Blut geprüft.
Forschungen haben ergeben, dass der Talblutspiegel kein sehr gutes Maß für die Wirkstoffmenge darstellt, die ins Blut übergeht und somit an der Wirkung beteiligt ist. Denn besonders während der Absorptionsphase in den ersten vier Stunden nach Einnahme des Medikaments treten zum Teil erhebliche Schwankungen von Patient zu Patient auf, obwohl die Talblutspiegel sehr ähnlich ausfallen können. Ein guter Talblutspiegel kann somit eine optimale Dosierung vortäuschen, obwohl der Patient in Wirklichkeit einer zu hohen oder zu niedrigen Wirkstoffmenge ausgesetzt ist. Studien haben ergeben, dass der Blutspiegel zwei Stunden nach Einnahme (C2) ein besseres Maß für die Wirkstoffaufnahme darstellt als der Talblutspiegel (C0). Der C2-Wert sagt also aus, welcher Wirkstoffkonzentration der Patient tatsächlich ausgesetzt ist. Unterdosierungen können somit besser korrigiert und damit die Häufigkeit bzw. der Schweregrad akuter Abstoßungen reduziert werden. Ebenso können Überdosierungen korrigiert und damit das Auftreten schwerer Nebenwirkungen reduziert werden. Die Wahrscheinlichkeit für eine akute Abstoßung bzw. toxische Nebenwirkungen kann besser vorausgesagt und dadurch rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden.
Frage: Werden die gespendeten Organe (Leber) nach der Entnahme untersucht?
Antwort: Ja, es erfolgt sowohl eine Blutwerte-Prüfung beim Organspender, als auch (in der Regel bei der Leber, in Ausnahmefällen auch bei der Niere) eine mikroskopische Prüfung der Organqualität.
Frage: Nach welchen Kriterien entscheiden die Mediziner, ob sie eine Leber transplantieren?
Antwort: Das wichtigste Kriterium ist die sichtbare Beschaffenheit (bei der Organentnahme) der Leber. Andere Kriterien sind Blutwerte beim Organspender, mikrospkopischer Befund einer Gewebeprobe der Leber, Aufenthaltsdauer des Spenders auf der Intensivstation, Todesursache des Spenders, Kreislaufstabilität des Spenders.
Frage: Was geschieht mit Organen, die bereits eine Erkrankung haben - z. B. mit einer Leber, die bereits eine Zirrhose aufweist?
Antwort: Eine Leber, die bereits eine Zirrhose aufweist wird nicht zur Organtransplantation verwendet. Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. eine Hepatits C positive Leber auf einen Hepatitis C positiven Empfänger) gilt generell für alle Organe, dass manifeste Erkrankungen der Spenderorgane gegen eine Verwendung desselben zur Transplantation sprechen.
Frage: Ich habe in einigen Foren gelesen das die Lebenserwartung von Patienten nach einer Herztransplantation nicht gerade lang sein soll?
Antwort: Eine einheitliche Lebenserwartung nach Herztransplantation kann nicht angegeben werden. Die individuelle Lebenserwartung hängt von individuellen Faktoren des Transplantatempfängers, Art und Verträglichkeit der eingesetzten Immunsuppression (beim jeweiligen Patienten), Häufigkeit von Abstoßungsreaktion und Infektionen u.ä. ab.
Frage: Ist ein MELD-Score von 6 eher dringlich oder weniger dringlich?
Antwort: Ein Maß für die Dringlichkeit einer Transplantation ist der MELD-Score (MELD = Model for Endstage Liver Disease). Die niedrigste mögliche Dringlichkeitsstufe ist 6; die höchste ist 40. Ein Meld-Score von 6 bedeutet "extrem niedrige Dringlichkeitsstufe", erst bei über 25 ist eine besondere Dringlichkeit gegeben.
Frage: Gibt es eine Altersbeschränkung für eine Nierentransplantation?
Antwort: Eine feste Altersbeschränkung zur Nierentransplantation gibt es nicht. Im jeweils aktuellen Fall wird stets nicht nur das tatsächliche, sondern auch das sog. biologische Alter berücksichtigt. D. h., dass ein sportlich durchtrainierter Patient (oder ein solcher, der keine wesentlichen Begleiterkrankungen hat) durchaus auch mit über 70 Jahren noch transplantiert werden kann.
Im Einzelfall sollte der jeweils zuständige Dialysearzt zusammen mit dem zuständigen Transplantationsmediziner aus dem Zentrum, in dem die Listung zur Transplantation erfolgen soll, entscheiden.
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