
Meistens bringt der betreuende Arzt die Möglichkeit einer Organtransplantation
zur Sprache, wenn andere therapeutische Möglichkeiten erschöpft sind. Er
kann den Gesundheitszustand am besten beurteilen und mit dem Patienten auch
mögliche Alternativen und deren Erfolgsaussichten besprechen. Für viele
Patienten ist es aber auch eine große Hilfe, sich mit einem bereits Transplantierten
auszutauschen. Selbsthilfeorganisationen sind hier bei der Kontaktaufnahme
behilflich (
siehe Tipps und Adressen).

Während es bei Leber- oder Herzversagen keine Alternative zur Transplantation gibt, müssen bei einem Nierenversagen Arzt und Patient entscheiden, ob eine Dialysebehandlung oder eine Nierentransplantation angestrebt werden sollte. Bei chronischen Nierenerkrankungen lässt sich sehr oft aus dem Krankheitsverlauf ableiten, wann mit einem völligen Erlöschen der Nierenfunktion zu rechnen ist. Stellt man eine Dialysebehandlung einer Transplantation gegenüber, so weist eine Nierentransplantation deutliche Vorteile auf. Die bessere Lebensqualität bei erfolgreich Transplantierten ist begründet durch:
Demgegenüber stehen
Eine Herz- oder Lebertransplantationen wird - bedingt durch den erheblichen Mangel an Spendeorganen in Deutschland - erst in Betracht gezogen, wenn die Erkrankung beim Patienten ein Stadium erreicht hat oder absehbar erreichen wird, in dem keine andere Behandlung mehr als lebenserhaltend betrachtet werden kann.
Grundsätzlich gilt, je besser der Gesundheitszustand eines Patienten desto besser übersteht er die Operation und die anstrengenden ersten Wochen danach.

Bei der Planung muss beachtet werden, dass bei einer Nierentransplantation
zumeist 5 Jahre vergehen, bis ein geeignetes Spendeorgan zur Verfügung steht
(nach DSO). Das liegt hauptsächlich daran, dass das Spendeorgan eine möglichst
hohe Übereinstimmung bezgl. der Gewebemerkmale des Empfängers aufweisen
sollte. Es ist daher nicht sinnvoll, sich erst zur Transplantation anzumelden,
wenn zum Beispiel aufgrund zunehmender Fistelkomplikationen eine Transplantation
dringend erforderlich ist. Günstiger sieht die Situation aus, wenn sich
ein naher Verwandter entschließt, eine Niere zu spenden und diese auch geeignet
ist. Der Termin kann dann genauer geplant werden (
siehe auch Lebendspende).
Auch hier können die behandelnden Ärzte anhand des Krankheitsverlaufes einschätzen, wann eine Transplantation erforderlich sein wird. Ein Patient mit einer langen bekannten Leber- oder Herzerkrankung sollte frühzeitig zur Transplantation angemeldet werden, damit er die Wartezeit in relativ gutem Zustand verbringen kann und einigermaßen kräftig zur Operation kommt. Nach Auskunft des Transplantationszentrums Würzburg beträgt die Wartezeit auf ein Herz oder eine Leber je nach Blutgruppe und Dringlichkeit zwischen 6-24 Monaten. Bei Lebertransplantationen gibt es allerdings auch die Möglichkeit, von einem nahen Verwandten eine Leberlebendspende zu erhalten.
Eine Operation bei einem chronisch-kranken Patienten birgt natürlich gewisse Risiken, unabhängig ob es sich um eine Blinddarm-OP oder eine Transplantation handelt. Je nach Gesundheitszustand des Patienten zum Zeitpunkt einer Nierentransplantation beträgt das Risiko, an der Operation selbst oder an postoperativen Komplikationen zu versterben im ersten Jahr zirka 2-3 Prozent. Bei Lebertransplantionen lag die operative Mortalität 1990 bei 1-5 Prozent.
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