Entscheidung

Ist eine Transplantation für mich die einzige Lösung?

Meistens bringt der betreuende Arzt die Möglichkeit einer Organtransplantation zur Sprache, wenn andere therapeutische Möglichkeiten erschöpft sind. Er kann den Gesundheitszustand am besten beurteilen und mit dem Patienten auch mögliche Alternativen und deren Erfolgsaussichten besprechen. Für viele Patienten ist es aber auch eine große Hilfe, sich mit einem bereits Transplantierten auszutauschen. Selbsthilfeorganisationen sind hier bei der Kontaktaufnahme behilflich (siehe Tipps und Adressen).

Während es bei Leber- oder Herzversagen keine Alternative zur Transplantation gibt, müssen bei einem Nierenversagen Arzt und Patient entscheiden, ob eine Dialysebehandlung oder eine Nierentransplantation angestrebt werden sollte. Bei chronischen Nierenerkrankungen lässt sich sehr oft aus dem Krankheitsverlauf ableiten, wann mit einem völligen Erlöschen der Nierenfunktion zu rechnen ist. Stellt man eine Dialysebehandlung einer Transplantation gegenüber, so weist eine Nierentransplantation deutliche Vorteile auf. Die bessere Lebensqualität bei erfolgreich Transplantierten ist begründet durch:

  • Unabhängigkeit von der Dialysemaschine
  • keine schmerzhaften Fistelkomplikationen
  • keine Flüssigkeits- und diätetische Einschränkungen
  • deutlich sinkendes Risiko für stoffwechselbedingte Erkrankungen (Knochenstörungen, Blutarmut, Impotenz), die durch die Dialyse nicht behoben werden können

Demgegenüber stehen

  • das Operationsrisiko bei einer Transplantation
  • die möglichen Komplikationen durch immunsuppressive Medikamente
  • das Risiko des Transplantatverlustes durch Abstoßungsreaktionen

Eine Herz- oder Lebertransplantationen wird - bedingt durch den erheblichen Mangel an Spendeorganen in Deutschland - erst in Betracht gezogen, wenn die Erkrankung beim Patienten ein Stadium erreicht hat oder absehbar erreichen wird, in dem keine andere Behandlung mehr als lebenserhaltend betrachtet werden kann.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Transplantation?

Grundsätzlich gilt, je besser der Gesundheitszustand eines Patienten desto besser übersteht er die Operation und die anstrengenden ersten Wochen danach.

Niere:

Bei der Planung muss beachtet werden, dass bei einer Nierentransplantation zumeist 5 Jahre vergehen, bis ein geeignetes Spendeorgan zur Verfügung steht (nach DSO). Das liegt hauptsächlich daran, dass das Spendeorgan eine möglichst hohe Übereinstimmung bezgl. der Gewebemerkmale des Empfängers aufweisen sollte. Es ist daher nicht sinnvoll, sich erst zur Transplantation anzumelden, wenn zum Beispiel aufgrund zunehmender Fistelkomplikationen eine Transplantation dringend erforderlich ist. Günstiger sieht die Situation aus, wenn sich ein naher Verwandter entschließt, eine Niere zu spenden und diese auch geeignet ist. Der Termin kann dann genauer geplant werden (siehe auch Lebendspende).

Leber und Herz:

Auch hier können die behandelnden Ärzte anhand des Krankheitsverlaufes einschätzen, wann eine Transplantation erforderlich sein wird. Ein Patient mit einer langen bekannten Leber- oder Herzerkrankung sollte frühzeitig zur Transplantation angemeldet werden, damit er die Wartezeit in relativ gutem Zustand verbringen kann und einigermaßen kräftig zur Operation kommt. Nach Auskunft des Transplantationszentrums Würzburg beträgt die Wartezeit auf ein Herz oder eine Leber je nach Blutgruppe und Dringlichkeit zwischen 6-24 Monaten. Bei Lebertransplantationen gibt es allerdings auch die Möglichkeit, von einem nahen Verwandten eine Leberlebendspende zu erhalten.

Welche Risiken birgt die Operation?

Eine Operation bei einem chronisch-kranken Patienten birgt natürlich gewisse Risiken, unabhängig ob es sich um eine Blinddarm-OP oder eine Transplantation handelt. Je nach Gesundheitszustand des Patienten zum Zeitpunkt einer Nierentransplantation beträgt das Risiko, an der Operation selbst oder an postoperativen Komplikationen zu versterben im ersten Jahr zirka 2-3 Prozent. Bei Lebertransplantionen lag die operative Mortalität 1990 bei 1-5 Prozent.

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